Linnés Rashult

 

Carl von Linné wurd am 23.5. 1707 in Rashult, nahe Älmhult, geboren. Sein Vater Nils war Landpfarrer und vermittelte sein großes Pflanzeninteresse an seinen Sohn Carl, ein Interesse, dass Carl Linné – der alle Pflanzennamen seines Vaters Garten auswendig lernte - einen Platz unter den großen Wissenschaftlern seiner Zeit sichern sollt. In seinem Hauptwerk, dem Systema naturae (1735) stellt Linné die drei Naturreiche Steine, Pflanzen und Tiere vor. Darin beschrieb er eine neue Bestimmungsmethode für Pflanzen nach der Struktur der Blütenorgane (Bütenblätter, Staubblätter, Stempel) vor. Es folgten zu seinen Lebzeiten noch 12 weitere Auflagen dieses umfangreichen und systematischen Werks. In rascher Folge erschienen von Linné noch neun weitere, grundlegende Werke zur botanischen Systematik. Linné legt fest, wie neuentdeckte Arten beschrieben werden müssen (Methodus botanicus 1736), er publiziert eine Bibliographie aller einschlägiger Arbeiten zur botanischen Systematik (Bibliotheca botanica 1736), er beschreibt die allgemeinen Grundsätze zur Benennung der grösseren Gruppen in der Botanik, z.B. die Grossgliederung in Klassen, Ordnungen, Gattungen etc. (Fundamenta botanica 1736), er gibt Regeln für eine feststehende Nomenklatur (Benennung) der Genera (Critica botanica 1737), in Genera plantarum (1737) beschreibt er die Anwendung seiner Regeln und die Grundsätze zur Auffindung von natürlichen Gruppen durch Beobachtung aller Merkmale der Blumenkrone, in den Classes botanica 1738 beschreibt er vergleichend 28 Systeme, mit der Flora Lapponica beschreibt er den Ertrag seiner Lapplandreise, im Hortus Cliffortianus 1738 reihte er die teils exotischen Pflanzen im botanischen Garten seines Gönners Clifford in sein System ein. Nach Linnés Überzeugung brachte die weltweite Artbestandesaufnahme die Systematiker dem Ziel näher, den ursprünglichen Schöpfungsplan zu erkennen und so ein natürliches System aufzustellen.

Linné ist heute vor allem bekannt wegen der Einführung der binären Nomenklatur für Arten (Philosophia botanica 1751). Dabei wird jede Art mit einem Doppelnamen angesprochen (wie Vornamen und Nachnamen bei uns Menschen). Der erste Name gibt die Gattung an, der zweite die Art (z.B. Homo sapiens). Für die Zoologie leistete Linné dasselbe erst in seiner 10. Auflage seines Systema naturae (1758). Dieses Datum wurde zeitlich frühesten Prioritätsgrenze für zoologische Nomenklaturfragen, während für Pflanzennamen der 1. Mai 1753 als Datum gilt.

Rashult, der Hof seiner Kindheit, ist heute nationales Kulturreservat und ist das ganze jahr über geöffnet, am schönsten allerdings natürlich in der Sommerzeit, wenn alle Gärten – es gibt einen Obstgarten, einen Gemüsegarten, einen Blumengarten, einen Kräutergarten usw. – wunderschön wie zu Linnés Zeit angepflanzt und zu besichtigen sind. Weiterhin gibt es ein Garten­Cafe, einen kleinen Andenkenladen, und zwei kleinere Wohn- und Gesindehäuser, die der Zeit Linnés nachempfunden sind. Man kann in zwei unterschiedlichen Wegen (ca. 1,5 Std. und 1 Std.)  über die Wiesen und Felder wandern, die zum Areal des natürlich bewirtschafteten Hofes gehören.

In unmittelbarer Nähe, ca. 10 km entfernt, ist die IKEA Zentrale in Älmhult. Dort wird gerade das größte IKEA-Einrichtungshaus ganz Schwedens errichtet, Eröffnung im Dezember 2012 geplant. Ein Ausflug nach Rashult lässt sich also dann prima mit einer Einkauftour verbinden….

 

Entfernung 145 km

Fahrtzeit 2h 10 min

 

Link: www.linnesrashult.se